Geschäftsbericht 2016

Bericht des Verwaltungsrates der Messepark Bern AG

Sehr geehrte Aktionärinnen,
sehr geehrte Aktionäre

Im vergangenen Geschäftsjahr konnte das für den Neubau BEmotion Base durchgeführte Wettbewerbsverfahren nach SIA erfolgreich abgeschlossen werden. Bei diesem interessenumspannenden Grossprojekt haben alle beteiligten Planerteams, Jurymitglieder, Experten, Behördenstellen, Quartiervertreter und Projektspezialisten in kürzester Zeit einen überdurchschnittlichen Einsatz geleistet. Nach Vorliegen des Siegerprojekts wurden in einem intensiven Workshop-Verfahren die Interessen von Städtebau, Gestaltung, Quartieranliegen und Betrieb ausgetauscht, gebündelt und konkretisiert. Im Anschluss wurde ein Richtprojekt ausformuliert, das vom Beurteilungsgremium einstimmig gewürdigt und als Basis für die Erarbeitung der Überbauungsordnung und deren Vorschriften freigegeben wurde. Bei dieser Gelegenheit möchten wir allen Beteiligten unseren aufrichtigen Dank für den grossen Einsatz aussprechen. Speziell gilt dieser Dank den Beteiligten der Stadt Bern: Diese haben in Anbetracht der zeitlichen Dynamik das Unmögliche möglich gemacht. Für die Realisierung des Neubaus sind nicht nur hoch motivierte Personen, sondern auch eine finanziell sehr gesunde Messepark Bern AG eine zwingende Voraussetzung. Durch die intensiven Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Neubau BEmotion Base ist das Tagesgeschäft der Messepark Bern AG in der Aussenwahrnehmung etwas in den Hintergrund gerückt. Unsere Liegenschaften müssen laufend in Stand gehalten werden, damit das Kerngeschäft der BERNEXPO GROUPE reibungslos, störungsfrei und zur Zufriedenheit aller Kunden durchgeführt werden kann. Die dafür notwendigen Arbeiten wurden durch die verantwortlichen Personen und die beauftragten Firmen im vergangenen Geschäftsjahr effizient umgesetzt. Im Hinblick auf die künftigen Anforderungen, welchen unsere bestehenden Gebäude für den Veranstaltungsbetrieb entsprechen müssen, ist es von hoher Wichtigkeit, die richtigen Massnahmen effektiv und zielgerichtet umzusetzen.

Geschäftsverlauf

Wir sind mit dem Resultat des Geschäftsjahrs 2017 sehr zufrieden. Nach dem letztjährigen Verlust kann im Berichtsjahr wieder ein Gewinn ausgewiesen werden. Dies ist einerseits auf den im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegenen
Betriebsertrag, andererseits aber auch auf den geringeren Unterhaltsaufwand zurückzuführen.

Der Mietertrag stieg im Berichtsjahr um CHF 2,0 Mio. auf CHF 7,04 Mio., da per 1. Januar 2017 die Fixmiete der BERNEXPO AG von CHF 5,0 Mio. auf CHF 7,0 Mio. erhöht wurde. Hingegen sank der ergebnisabhängige Mietanteil im Vergleich zum Vorjahr um CHF 0,82 Mio. auf CHF 1,93 Mio. Aufgrund der höheren Fixmiete reduzierte sich das Ergebnis der BERNEXPO AG und damit auch der ergebnisabhängige Mietanteil. Diese Mietanpassung bedeutet, dass sich der Betriebsertrag der Messepark Bern AG grundsätzlich um mindestens CHF 1,0 Mio. netto pro Jahr erhöht. Diese Massnahme führt bei der Messepark Bern AG einerseits zu einer höheren Planungssicherheit, andererseits können die in den letzten Jahren gestiegenen Abschreibungen dadurch getragen werden. Der Betriebsertrag erhöhte sich aus den obgenannten Gründen im Berichtsjahr um 15,2 % (+CHF 1,19 Mio.) auf CHF 8,97 Mio. Der Betriebsaufwand reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr vor allem wegen des tieferen Unterhaltsaufwandes um CHF 0,18 Mio. auf CHF 1,69 Mio.

Daraus resultiert ein EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von CHF 7,28 Mio., welches um CHF 1,37 Mio. über dem Vorjahresergebnis liegt. Nach Abschreibungen von CHF 5,88 Mio. (+17,2 % gegenüber Vorjahr) beträgt das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) CHF 1,4 Mio. Es fällt damit um CHF 0,5 Mio. höher aus als noch im Vorjahr. Die deutlich höheren Abschreibungen im Berichtsjahr (+CHF 0,86 Mio.) sind auf abgeschriebene Projektkosten für das Infrastrukturprojekt BEmotion Base im Umfang von CHF 0,77 Mio. (nur Drittkosten) zurückzuführen. Die von den Konzerngesellschaften erbrachten Leistungen für das Projekt BEmotion Base über CHF 0,17 Mio. wurden dem Büro- und Verwaltungsaufwand belastet. In dieses Projekt wurde im Berichtsjahr insgesamt CHF 0,94 Mio. investiert (Vorjahr: CHF 0,16 Mio.).

Die kontinuierliche Amortisation der Hypothekarschulden führt dazu, dass sich der Finanzaufwand im Vergleich zum Vorjahr weiter reduziert hat – um CHF 0,13 Mio. auf CHF 0,82 Mio. Wie eingangs erwähnt, konnte nach einem Jahresverlust 2016 von CHF 0,16 Mio. im Berichtsjahr ein Jahresgewinn von CHF 0,49 Mio. realisiert werden, welcher vor allem aufgrund des gestiegenen Mietertrages zustande kam.

Die flüssigen Mittel betrugen per Ende Dezember 2017 erfreuliche CHF 5,48 Mio. (Vorjahr: CHF 2.46 Mio.), welche im neuen Geschäftsjahr für die Amortisation der Hypothekarschulden (CHF 4,12 Mio.) sowie für Investitionen in unsere Infrastruktur inklusive des Projekts BEmotion Base eingesetzt werden. Mit einer Eigenkapitalquote von 68,9 % (+1,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr) verfügt die Messepark Bern AG nach wie vor über eine sehr gesunde Bilanz.

Seit dem 1. Juli 2016 beziehen die Messepark Bern AG wie auch die BERNEXPO AG ihre Facility-Management-Leistungen bei der Post IMS AG. Aus heutiger Sicht können wir die Zusammenarbeit als konstruktiv und erfolgreich beurteilen. Trotzdem suchen wir laufend Optimierungen für die Instandhaltung unserer Liegenschaften und haben dafür im Jahr 2017 ein Audit über die Auftragserfüllung der Leistungen von Post IMS durchgeführt. Die Ergebnisse aus diesem Audit haben dazu geführt, dass wir zeitnah bereits erste Optimierungen in der Zusammenarbeit umsetzen konnten.

Ausblick

Die im Jahr 2017 realisierten Massnahmen zur Instandhaltung unserer Liegenschaften wurden mit klarem Fokus auf unsere Kundenbedürfnisse umgesetzt. In den kommenden Jahren muss bei der Instandhaltung weiterhin hohe Aufmerksamkeit auf die Gebäudetechnik gerichtet werden. Die Anforderungen an unsere Kongressund Ausstellungsflächen bezüglich der technischen Einrichtungen und des Komforts werden weiterhin zunehmen. Dies hat zur Folge, dass im Speziellen die Kälte für die Klimatisierung in genügender Menge gesichert zur Verfügung gestellt werden kann. In den nächsten Jahren wird deren Sicherstellung und optimale Bewirtschaftung einer der Schwerpunkte in der Instandhaltung sein.

Mit dem Wettbewerbsverfahren des Projekts BEmotion Base wurden durch die involvierten Anspruchsgruppen viele Bedürfnisse an die Allmend offengelegt und zum Teil auch neu definiert. Einige dieser Bedürfnisse können wir mit dem Neubau direkt beeinflussen und zukunftsweisend gestalten. Andere Bedürfnisse an die Allmend können nur indirekt von der BERNEXPO GROUPE beantwortet werden. Mögliche Lösungen können wir nicht als Einzelkämpfer, sondern nur gemeinsam, im Dialog und in Zusammenarbeit mit allen beteiligten Interessengruppen, gestalten. Wir sehen uns als Partner, dem die Attraktivität der Allmend am Herzen liegt und der sich gerne mit seinen Nachbarn, Quartiervertretern und Behörden für zukunftsweisende Lösungen engagiert.

Unser Ziel ist es, unsere Liegenschaften so in Stand zu halten, dass unsere Kunden immer wieder gerne das BERNEXPO-Gelände auf der Allmend im Herzen von Bern besuchen. Bei dieser Gelegenheit danke ich im Namen des Verwaltungsrates unseren Mitarbeitenden, die sich täglich mit vollem Einsatz für die Wartung und den Unterhalt unserer Liegenschaften engagieren.

Daniel Kramer
Präsident des Verwaltungsrates Messepark Bern AG